„Haut“

Achten Sie bitte auf eine gute Klangwiedergabe Ihres Geräts


In diesem Projekt sollten die Studierenden „Zeichen“ finden, die keine zusätzliche Wortumschreibung benötigen, um deren Bedeutung zu erfassen. Für mich begann nun eine zeitlich recht aufwendige Suche, um nicht gerade die augenscheinlich bekanntesten Zeichen unseres Alltags aufzuzählen.
Mit der Konzeption einer „Multivision“ sah ich für mich eine interessante Herausforderung die Komplexität des Themas aufzugreifen. Eine Diashow, die in den 80ern, noch ganz in analoger Technik, ein recht beliebtes professionelles Medium für Präsentationen darstellte.
Die Zeit der Schülerband ist noch nicht allzulange her, sodass ich mich auch gerne mit einer Vertonung befassen wollte.
Unterstützt wurde das Projekt durch die Firmen Kodak, Merck, und Mero.

Die Phase der Ideenfindung:
Welche Art von Zeichen eignen sich. Macht eine Neuschöpfung von Zeichen Sinn, oder ergibt sich eine Erzählung von Vorgefundenem, etablierten Zeichen? Etliche Versuche und Studien waren erforderlich um mir neben der Thematik auch eine Präsentationstechnik dienlich zu machen. Da Zeichen stets in deren kulturellen Kontext zu sehen, werden sie auch unterschiedlich verstanden und aufgefasst.

Zeichen im Verborgenen:
In all der Fülle richtete sich meine Recherche mehr und mehr auf „Anzeichen“. Verlockend, schien es mit effektvollen Überblendungen und Klangeffekten jene Zeichen akustisch zu deuten. Zeichen herauszuarbeiten, die auch in einer szenischen Abfloge zu deuten sind. Ein Prozess, auf den ich mich mehr und mehr einlassen wollte. – Und ohne Ton ist die Bild-Präsentation keine Multivision.

Die Kreativ-Szene der 80er Jahre zeichnete sich durch unzählige experimentelle und neuartige Klangwelten aus. Zahlreiche Produktionen, an denen ich mich gerne orientierte. Ob Punk oder Klassik in der Musik, die „Neuen Wilden“ in der Kunst, oder bereits bekannte „Ikonen“ der Zeitgeschichte, …

Ich begann unterschiedlichste Bildwelten aus Bereichen der Medizin, der Natur, der Technologie, der Werbung und Gesellschaft zu sammeln. Allgemein, Zeichen unserer Kultur, zu der wir, individuell abweichend, in Beziehung stehen. Scheinbar zusammenhanglose Bildfolgen werden mit unterschiedlichen Klangmustern verbunden. Anmutendes, Abweisendes, Informatives, Geheimnisvolles, Skurriles, setze ich nach und nach kontrastreich in Szene.

Das bereits gesichtete Bildmaterial, wollte nun mit geeignetem Klang untermalt werden.
Ich begann die Bilder zu synchronisieren. Die absolut energiegeladene Aufnahme eines Don Ellis „hey Jude“ drängte sich auf. Auch meine Eigenkomposition, die ich mit einem geliehenen Casio Keyboard konzipierte wollte ich einarbeiten. In thematischen Abschnitten lies sie sich gut mit weiteren bekannten Sounds und Klangwelten kombinieren. Überaus inspirierend und für meine Zwecke geeignet erwies sich eine goldfarbene Flexi-Disk von Hans de Wit und Jaques v. Erven aus deren niederländischen Publikation „Daglicht universal-international“ No10 1982. Eine liebevoll gestaltete großformatige Zeitschrift mit Beiträgen unterschiedlicher Künstler der niederländischen Kreativ-Szene, die ich von einem Studienausflug nach Amsterdam mitbrachte.
Da ich den Sprechgesang nicht übersetzen konnte, empfand ich diesen besonders „zeichenhaft“ und für mein Projekt durchaus geeignet.
Mehr und mehr wird bei meiner Arbeit deutlich, wie mit Ton und Bildkombinationen Gefühle und Stimmungen beeinflussen lassen. Auch unsere Haut reagiert messbar „zeichenhaft“ auf entsprechende Reize.

Der Titel „Haut“ beschreibt, wie wir von der Geburt bis zum Tod von „Zeichen“ nonverbal durchdrungen sind.

Komposition Teil 1
0:00 – 4:40
Ton: Stefan Matussek. Eigene Musikkomposition und Vertonung mit einem Casio-Mini Keyboard
Intro-Abbildungen aus „Atlas of human Anatom and colored Planes 1831 – 1845

Komposition Teil 2
4:40 bis 9:40
Ton: Don Ellis „Hey Jude“ Bild: Fotosammlung aus verschiedenen Illustrierten Zeitschriften kombiniert mit eigens erstelltem Fotografien.

Komposition Teil 3
9:40 bis 13:XX
Ton: Flexi Disc aus Magazin Daylight No 10 1982: Hans de Wit, Jacques v Erven
Bild: Collagierte Bilder aus Zeitungsausschnitten, Werbeanzeigen und TV-Filmszenen (Screenshots) aus Fritz Langs Metropolis, und Werner Fassbinder.

Startseite » ausstellung » Projektion
Warenkorb
Nach oben scrollen